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Alemannia Aachen - Übersicht
| Mannschaft: |
Alemannia Aachen |
| vollst. Name: |
Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1900 |
| Land: |
Deutschland |
| Spitzname: |
Kartoffelkäfer |
| gegründet: |
16.12.1900 |
| Farben: |
schwarz-gelb |
| Mitgliederzahl: |
10.000 |
| Sportarten: |
Fußball, Volleyball, Leichtathletik, Badminton, Tischtennis |
| Stadion: |
Tivoli
32.900 Plätze |
| Anschrift: |
Krefelder Straße 205 52070 Aachen |
| Telefon: |
02 41 / 93 84 02 10 |
| Telefax: |
02 41 / 93 84 02 09 |
| Homepage: |
www.alemannia-aachen.de/ |
| E-Mail: |
info@alemannia-aachen.de |
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Alemannia Aachen - Termine & Ergebnisse
Alemannia Aachen - Erfolge
| Während in manchen Städten des Rheinlands die Sportvereine aus Turnclubs entstanden sind, wurde in Aachen das Fußballspiel ab Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts in den höheren Schulen gepflegt. Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, Oberrealschule und Realgymnasium begannen ungefähr gleichzeitig mit regelmäßigen Übungsspielen auf dem Marienthaler Kasernenhof (Franzstraße), dem damaligen Spielplatz des Vereins für Jugend- und Volksspiele. 18 dieser Schüler gründeten dann am 01.12.1900 den "Fußballclub Alemannia". Da der Name 1. FC Aachen gerade durch einen kurz zuvor gegründeten und bald wieder aufgelösten Verein reserviert worden war, gab man sich den Namen "Alemannia", der damals die Vertretung des äußersten Westen des Deutschen Reichs betonen sollte.
Das erste Match, das damals noch Wettspiel hieß, wurde am 16.12.1900 gegen den FC Dolhain (heute Belgien) ausgetragen und mit 6:0 gewonnen. Als Torpfosten dienten Holzstangen, die vor dem Spiel erst in den harten Kiesboden gerammt werden mussten. Zuschauer, die Eintritt bezahlten, gab es ebenfalls keine, da das Gelände nur von Militär und Vereinsmitgliedern betreten werden durfte. Gegnerische Mannschaften wurden auf Schleichwegen an den Militärposten vorbei auf den Platz geleitet.
Im Frühjahr 1904 zog der junge Verein auf den Waldspielplatz Siegel (heutiges Waldstadion). In der Saison 1904/05 wurde erstmals am Meisterschaftsspielbetrieb des FV Rheinland-Westfalen teilgenommen, der zwei Jahre zuvor gegründet worden war. Von da an begann der eigentliche Aufschwung des Vereins, unter anderem mit der Gründung einer Jugendabteilung und regelmäßig zahlenden Zuschauern bei Meisterschaftsspielen.
1907 entwickelte sich durch Neuzugänge ein bis dahin in Westdeutschland nicht bekanntes und gefürchtetes "Dreiinnenspiel" (was auch immer das gewesen sein mag). Die Chronik schreibt hierzu, dass erstmals die Außenstürmer nicht ganz auf der gleichen Linie spielten wie Mittel- und Innenstürmer. Man beachte, dass damals noch mit 5 (in Worten: fünf) Stürmern gespielt wurde. Dahinter spielten übrigens zwei Außenläufer und ein Mittelläufer und vor dem Torwart standen dann noch gerade mal zwei Abwehrspieler. Dieses aus heutiger Sicht sehr mutige System konnte sich, immer wieder mal leicht abgeändert, bis in die fünfziger Jahre halten (WM 1954 in der Schweiz).
Im März 1908 erfolgte der vorerst letzte Umzug auf den Sportplatz Neu-Tivoli. Schon vorher musste der Verein noch mehrmals in kürzester Zeit den Spielort wechseln (Neuenhof, Stolberger Straße, Siegel), was das Vertrauen in die damalige Stadtverwaltung nicht unbedingt wachsen ließ.
Der heutige Name TSV Alemannia Aachen erinnert an eine Fusion mit dem Aachener Turnverein kurz nach Beendigung des ersten Weltkriegs, die bald wieder gelöst wurde. Der Name aber blieb bis heute. Nach einer sportlich überaus erfolgreichen Phase in den 20er- und 30er Jahren wurde der Spielbetrieb im zweiten Weltkrieg fast vollständig eingestellt. Bereits 1945 beginnt aber schon wieder der Neuaufbau des Vereins, ein Jahr darauf steigen die Aachener in die neu gegründete Oberliga West auf.
Es muss in den 50er Jahren gewesen sein, als sich Alemannia Aachen seine legendäre Auswärtsschwäche „antrainierte“. Trotz überzeugender Leistungen auf dem Tivoli mussten sie oft um ihre Klassenzugehörigkeit zittern. Dennoch blieben sie ununterbrochen Mitglied der Oberliga. Umso größer war das Aachener Entsetzen, als sie bei der Bundesligagründung nicht berücksichtigt wurden. Immerhin war die Alemannia inzwischen mit über 3000 Mitgliedern der größte Verein Westdeutschlands geworden.
Aachen versuchte nach misslungenem Rechtsstreit die Aufnahme in die Bundesliga auf sportlichem Weg zu erzwingen. Tatsächlich erreichte die Mannschaft im darauf folgenden Jahr die Aufstiegsrunde. Die ersten drei Spiele gingen verloren, in der Vierergruppe gelangen nur zwei Siege und Hannover 96 stieg auf. Zum Kult wurde dabei eine Szene bei der 0:3 Niederlage beim FK Pirmasens, als sich deren Kapitän Kapitulski als Zeichen der eindeutigen Überlegenheit mitten im Spiel einfach völlig unbedrängt auf den Ball setzte. Im Rückspiel rächte man sich zwar mit einem 5:1 (und ein Alemanne setzte sich ebenfalls auf den Ball), aber das Tor zur Bundesliga blieb verschlossen.
1967 gelang der Aufstieg endlich und der Tivoli war für alle Vereine, bis auf die übermächtigen Bayern, uneinnehmbar, so dass Alemannia Aachen zu Saisonende einen respektablen elften Platz belegte. Mit der Verpflichtung des Rumänen Ion Ionescu und des Belgiers Roger Claessen, dem damals teuersten Transfer der Bundesliga, erreichten sie 1969 sogar die Vizemeisterschaft hinter dem FC Bayern München. Der Preis, den sie für diesen Erfolg zahlen mussten war jedoch hoch: Im Jahr darauf konnte der sich Verein keinen neuen Spieler leisten und eine überalterte Mannschaft stieg aus der Bundesliga ab.
Im Frühjahr 1978 geriet die Mannschaft gar in der zweiten Liga Nord in Abstiegsnöte. Zu Saisonende betrug der Abstand zwischen Platz 12 und 18 gerade Mal vier Punkte. Als sich Aachen mit einem 0:0 in Herford rettete, wurde dies bei den Fans wie der Wiederaufstieg gefeiert. Die Mannschaft qualifizierte sich somit wieder für einen Startplatz in der 2. Bundesliga.
Obwohl immer wieder als Mitfavorit gehandelt konnte die Alemannia den Aufstieg in die erste Bundesliga einfach nicht perfekt machen. Jahr für Jahr kam daher mehr Unruhe in den Verein. Die sportliche vereinte sich mit einer finanziellen Krise. Der Vorstand geriet ins Schussfeld. Höhepunkt der Querelen war die Vorstandssitzung des Jahres 1989, als der damalige Geschäftsführer Bert Schütt nach heftigen Attacken gegen seine Person auf dem Podium stehend einen Herzanfall bekam und diesem noch vor Ort erlag.
Auch mehrere Trainerwechsel konnten nun die Situation nicht mehr retten, so dass Alemannia Aachen am 13.05.1990 nur noch drittklassig war. Erst 9 Jahre später konnten sie den Wiederaufstieg in die zweite Bundesliga feiern und wieder von der Erstklassigkeit träumen. |
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